DF8OE leitet die Jugend und Nachwuchsarbeit im I40

 

 

 

Andreas Richter, DF8OE

 

 

 

 

Herzlich willkommen im Jugend- und Nachwuchsbereich! Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen:

  • geboren 29.09.1959
  • 1963 erster Kontakt mit Elektronik
  • 1973 und 1975 Teilnahme bei "Jugend forscht"
  • 1975 Ablegen der Amateurfunkprüfung in Hannover, zugeteiltes Rufzeichen "DG1OE"
  • Entwicklung eines 2m-FM-Amateurfunktransceivers auf Basis eines Funkschau-Projektes von Herwig Feichtinger
  • 1977 Erweitern der Amateurfunkprüfung in Hannover, zugeteiltes Rufzeichen "DF8OE"
  • Eigenentwicklung eines Transverters von 2m auf 10m, SSB und FM geeignet. Dies habe ich gemacht, da ich als Schüler kein Geld hatte, mir einen weiteren Transceiver zu kaufen. Ich wollte den bereits vorhandenen IC211E weiterbenutzen... Der Transverter hatte eine Sendeleistung von 3W, und schon die erste damit getätigte Verbindung ging mit einer Balkonantenne aus Hannover bis nach Athen...
  • 1979 Abitur Lutherschule, Hannover
  • 1980...1983 Studium der Physik an der Universität Hannover
  • 1986 Entwicklung von Computerprogrammen. Die Plattform dafür war ein Apple-IIe, die Programmiersprachen waren 6502-Assembler, Z80-Assembler, Fortran und Pascal.
  • 1987 Ablegen der Gesellenprüfung im Radio- und Fernsehtechnikerhandwerk als "Externer" (das sind Prüflinge, die keine Ausbildung mitgemacht haben, sondern die sich alles selbst beigebracht haben)
  • 1990 Ablegen der Meisterprüfung im Radio- und Fernsehtechnikerhandwerk in Hannover. Auch dazu war eine Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer nötig, weil die eigentlich nach Handwerksgesetz nötigen "Gesellenjahre" verkürzt wurden. Trotz dieses "Handycaps" war ich Bester des Jahrganges 1990...
  • 1994 Entwicklung von Programmen für "Windows" auf Basis der MFC (Microsoft-Foundation-Classes) in C++
  • 1998 erster Kontakt mit Linux, es war Faszination und Fesselung total
  • 1999 Programmierung von Logikbausteinen (PLDs, PICs etc.) für eigene Elektronikprojekte
  • 2000 Beginn der Eigenentwicklungen in zeitgemässer "SMD-Technologie" anstatt mit bedrahteten Bauteilen aus der Technik der Vergangenheit
  • 2014 erstellte ich für unseren Ortsverband eine eigene Internetpräsenz auf Basis eines CMS mit integriertem Diskussionsforum
  • 2015 Start des zunächst regionalen Projektes "wir bauen den mcHF SDR Transceiver" und kurz darauf Initiierung der bundesweiten / internationalen Projektgruppe
  • 2017 fügte ich zur Internetpräsenz ein WIKI hinzu, mit dessen Hilfe das Teilen von (Fach)Wissen noch einfacher werden soll

 

Der Bereich "Elektronik", zu dem auch der Amateurfunk gehört, hat in den letzten Jahrzehnten Entwicklungsschübe mitgemacht, deren Tempo selbst Unerschrockenen als schwindelerregend vorkommt. Innerhalb eines halben Menschenlebens haben sich Dinge, die man in den Bereich der "Science-Fiction" in die ferne Zukunft gelegt hat, mittlerweilen als absolute Standardtechnik etabliert. Die Rechenleistung eines einfachen (!!) Smartphones übersteigt die Rechenleistung der Computer, mit denen 1969 die Mondlandefähre ausgestattet war, um ein Vielfaches. Daher hat sich auch das Gesichtsfeld des Amateurfunks weiter vergrössert und umfasst nun auch den Bereich "Computertechnik" und "Eigenentwicklungen in SMD-Technik". Zusammen mit den schier unerschöpflichen Informationsquellen (Bauteilbeschreibungen, Schaltungsbeispiele etc.) des Internets sind solche Eigenentwicklungen oft auf gleichem Niveau wie kommerzielle (zum "Geldverdienen" ausgelegte) Produkte. Der einzige Unterschied ist dann der, dass es für den "grossen Reibach" ein zu kleiner Käuferkreis ist...

Amateurfunk ist etwas für fast jedes Alter. Schon im Alter ab etwa 10 Jahren ist der Erwerb von Wissen und Fertigkeiten im Elektronikbereich möglich. Gekrönt wird er dann von der Zuteilung eines Amateurfunkrufzeichens. Im Berufsleben gibt es so viele Facetten des Amateurfunks, die man zu Hause, unterwegs, mit sportlichem Touch versehen durchführen kann, wie es sie kaum in einem anderen Hobby gibt. Im Alter ermöglicht es auch bei körperlicher Einschränkung Kontakte in alle Welt. Es ist kein "einsames Hobby", bei dem die Kollegen unpersönlich bleiben wie oft im Internetsektor. Man kennt sich, erkennt sich wieder, man trifft sich und schnackt zusammen. Und man pflegt eine grosse Gemeinschaft, in der Ellenbogendenken keinen Platz hat. GEMEINSAM wird hier gefachsimpelt und entwickelt. Das stärkt die sozialen Fähigkeiten, bringt Selbstwertgefühl und Erfüllung ins Leben. Amateurfunker bekommen Gelegenheiten, ihre selbstgebauten Satelliten ins All befördern zu lassen, wenn auf kommerziellen Flügen ein paar Kilo Nutzlast frei sind. Die internationale Raumstation besitzt eine Amateurfunkstation - so manche Schule hat schon Gesprächskontakte ins All gehabt.

Ich rufe voller Enthusiasmus alle interessierten auf, dieses grossartige Hobby mit mir, mit uns zu teilen! Lasst uns Dinge selbst tun anstatt immer zu "konsumieren", lasst uns Technik verstehen und beurteilen, anstatt voller Ehrfurcht (und Unwissenheit) zum reinen Anwender zu verkommen und hinterher Marionette von anderen zu werden. Nur, wer selbst etwas tut, kommt weiter. Und Wissen und Können sind ein grosser Baustein im Gebäude "glückliches Leben"... Wissen und Können wird mehr, wenn man es teilt. Ganz im Gegenteil zu Geld und Macht: die muss man ständig abschotten und verteidigen, sonst schrumpfen sie :)

Wissen und Bildung ist ein extrem wichtiges Gut. Vielfach ist leider die Erlangung dieses Gutes an wirtschaftliche Güter (== GELD) geknüpft. Nach meinen Visionen ist das ein nicht mehr zeitgemäßer Umstand - deswegen bin ich ein absoluter Verfechter des Modells Open Education. Sicher kostet Ausbildung und die Materialien dafür Geld - aber dieses muss auf anderen Wegen akquiriert werden als es von denen, die die Ausbildung wahrnehmen möchten, einzusammeln. Hier sind die Wirtschaft (in Form von Sponsoren) und die Gesellschaft (in Form von Spendenzuwendungen) gefordert.